Der nächste Vereinsabend der Ornis findet am Dienstag den 12.September 2017 ab 19.30 Uhr im Landgasthaus Halfbrodt, Hauptstraße 47 in 49457 Drebber statt.

BFD, Rennerkrankheit, Französische Mauser

Das Budgerigar fledgling disease virus (BFDV) ist das erste aviäre (vogelspezifische) Polyomavirus, das entdeckt wurde. In der Geschichte der aviären Polyomaviren wird es erstmals Anfang der achtziger Jahre erwähnt. 1981 wurde durch Bozeman et al. eine hochansteckende Erkrankung bei nestjungen Wellensittichen beschrieben, die hohe Mortalitätsraten bis zu 100% verursacht.

Bis jetzt hat man weitere Polyomaviren entdeckt. Dazu gehört z. B. auch das Virus welches die Papillomatose (krankhafte Hautveränderung) hervorruft.
Diese Viren werden insgesamt zu den Papoaviren gerechnet.
Auch einheimische Vögel wie Hühner, die Finkenarten und auch Greifvögel werden von Polyoma befallen. Das Virus der Vögel ist auf Menschen und Säugetiere nicht übertragbar.
Umgekehrt sind Polyomaviren von Säugetieren für die Vögel ebenfalls ungefährlich, sie können von diesen nicht angesteckt werden.
Die hauptsächlich betroffenen Wellensittiche infizieren sich durch gegenseitiges Füttern, einatmen von Federstaub und Berührung mit infiziertem Kot.
Durch die Infektion verändern sich befallene Organe, bei der Zucht sterben sehr viele der Jungvögel. Die Organveränderungen betreffen die Nieren, die Leber und das Herz, welches sich vergrößert. Auch wenn die Krankheit bei erwachsenen Wellensittichen nicht ausbricht, so können diese doch infiziert sein und das Virus weitertragen weshalb die Gemeinschaftshaltung mit Papageien bedenklich ist. Denn Papageien können zeit ihres gesamten Lebens daran erkranken.
Infizierte Volieren sind sehr gefährlich da das Virus auch außerhalb des Wirts sehr lange überlebt und weitere Infektionen hervorruft.
Bricht die Krankheit in einer Zuchtanlage aus so sterben innerhalb eines Lebensalters von bis zu drei Wochen fast alle Jungvögel.
Man nennt es auch "Nestlingskrankheit", der Tod tritt oftmals ohne vorherige Anzeichen ein.
Einzelne Küken zeigen ein bis zwei Tage vor dem Tod ein Zittern der Gliedmaßen und des Kopfes. Das kann bis zur Bewegungsunfähigkeit führen. Oftmals sind Freßunlust, Durchfall sowie Würgen zu beobachten. Auch treten Blutungen in der Haut und an den Federkielen auf.
Wenn die Sittichküken nur mit wenigen Viren befallen sind oder auch schon Antikörper gebildet haben so wird die Infektion chronisch.
Zu erkennen ist das durch Wachstumsstörungen des Gefieders. Die großen Schwanz- und Schwungfedern fallen ohne ersichtlichen Grund aus und wachsen nicht richtig nach. Meist ändert sich das nach der ersten oder zweiten Mauser, das Federkleid bildet sich wieder voll aus.
Lediglich bei schlechter Ernährung kann es zu lebenslangen Beeinträchtigungen kommen.
Anders ist es bei erwachsenen Wellensittichen. Hier kommt es meist nicht zu Todesfällen. Die Vögel tragen das Virus jedoch in sich und können durch Streß, Brut oder Krankheit auch ohne selber daran erkrankt zu sein das Virus ausscheiden.
Da andere Papageienarten auch infiziert werden können und, anders als bei Wellensittichen, auch als erwachsene Tiere krank werden und daran sterben können, sollte man Wellensittiche nicht mit Papageien und anderen Sittichen zusammen halten.
Bei Papageien und anderen Sittichen kann es durchaus vorkommen daß die Krankheitsursache nicht gefunden wird da diese Vögel nicht unbedingt Gefiederschäden zeigen.

Die Viren können im Labor durch Untersuchungen von Federn sowie durch Abstriche aus Kropf und Kloake festgestellt werden. Allerdings ist es bei chronisch infizierten erwachsenen Wellensittichen nicht immer erkennbar daß diese infiziert sind. Zudem muß festgestellt werden ob nicht eventuell PBFD als Krankheit vorliegt da beide Krankheiten sich vom Verlauf her ähnlich sind. Es gibt leider keine Therapie welche BFD heilen kann. Auch vorbeugend sind bisher keine Maßnahmen bekannt.
Angeblich wird an einer Art Schutzimpfung gearbeitet, Ergebnisse liegen jedoch nicht vor.​

​In den USA ist seit einiger Zeit ein Impfstoff auf dem Markt (Anian Poliomanirus Vaccine, BIOMUNE CO., Lenexa, USA), der jedoch in Europa nicht erhältlich ist und über dessen Verträglichkeit unterschiedliche Ansichten bestehen. In Deutschland wird momentan an der Entwicklung einer neuen Vakzine gearbeitet, die ausschließlich das immunogene Virusprotein 1 (VP1) eines Polyomavirus aus Wellensittichen enthält.
Laut neuesten Informationen soll das Virus eine Mutation entwickelt haben welche sich auch bei Altvögeln auswirkt. Plötzlicher und scheinbar grundloser Federverlust ist die Folge.

 

 

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