Der nächste Vereinsabend der Ornis findet am Dienstag den 12.September 2017 ab 19.30 Uhr im Landgasthaus Halfbrodt, Hauptstraße 47 in 49457 Drebber statt.

Blühende Bäume, bunt getupfte Wiesen und saftiges Obst

Streuobstwiese Heede

Streuobstwiesen sind kleine Paradiese vor den Toren zahlreicher Städte und Dörfer. Hier leben Menschen, Tiere und Pflanzen von- und miteinander. Sie bilden ihre eigene kleine Welt, die sich im Rhythmus der Jahreszeiten verändert, die aber aus Mangel an Rentabilität in ihrer Existenz bedroht ist. Vor Jahrhunderten hat der Mensch die Kulturlandschaft der Streuobstwiese erschaffen, um Obst in größeren Mengen anzubauen und gleichzeitig die Wiesenflächen für die Viehwirtschaft zu nutzen. Mittlerweile ist die Streuobstwiese ein vielfältiger Lebensraum, der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bietet. In den alten Obstbäumen findet fast jede Vogelart einen Nistplatz, die vielfältigen Gräser, Blumen und Kräuter locken Insekten an, und unter der Erde hausen Feldmäuse, die wiederum eine willkommene Nahrung für Füchse und Greifvögel sind. Zugvögel kommen jedes Jahr wieder zurück auf die Streuobstwiese, weil sie hier optimale Bedingungen zum Brüten finden. Und auch für den Grünspecht, Vogel des Jahres 2014, ist sie ein unverzichtbarer Lebensraum. Verschwindet die Streuobstwiese, verschwinden auch diese Vögel. Nur mit Hilfe des Menschen kann die Streuobstwiese bestehen. Mit dem Baumschnitt im ausklingenden Winter, den Mäharbeiten im Verlauf des Sommers oder der Obsternte im Herbst sorgt der Mensch stetig für Veränderungen auf der Streuobstwiese und beeinflusst so auch das Leben der tierischen Bewohner. Es bedeutet viel Arbeit, diesen Ort zu pflegen, und der Ertrag ist im Vergleich zu herkömmlichen Obstplantagen wenig rentabel. So gehören Streuobstwiesen heute zu den bedrohten Biotopen Mitteleuropas.Im Wechsel der Jahreszeiten wird ein Zusammenspiel zwischen Natur, Mensch und Tier auf der Streuobstwiese gezeigt, auf der jeder von jedem abhängig ist. Diese Begegnungen verdeutlichen, dass Streuobstwiesen weit mehr sind als ein landwirtschaftliches Auslaufmodell. Als unverzichtbares europäisches Kulturgut sind sie vor allem ein wertvoller Lebensraum.

- Tiere und Pflanzen der Streuobstwiese

- Malbuch-Streuobstwiese

- Rätselheft-Streuobstwiese

- Spieleheft-Streuobstwiese

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Streuobstwiese Heede

Steinkauzröhren für Streuobstwiese Heede

Steinkautz-Flyer

Bundesweit ist es heute sehr schlecht um den Steinkauz bestellt, vielerorts fehlt es dem kleinen Eulenvogel immer mehr an Lebensraum. Die natürlich bewirtschafteten Streuobstwiesen bieten ideale Lebensbedingungen für den Steinkauz. Aus diesem Grund hat Ornis Diepholz dort eine Nisthilfe-Aktion durchgeführt und sogenannte „Steinkauzröhren" angebracht.

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Hier hat der Steinkauz alles, was er braucht" konnten die Mitglieder der Ornis Diepholz beim Rundgang über die Heeder Streuobstwiese erfreut feststellen. Eine offene Landschaft, weit genug vom Wald entfernt, mit alten Obstbäumen, niedriges Gras, das ihm die Jagd erleichtert, Holzstapel als Unterschlupf, Reisighaufen, in denen sich Mäuse, Eidechsen, Blindschleichen, Würmer, Insekten und anderes Getier aufhält, das auf seinem Speiseplan steht und auch Stallungen, welche als Winterquartier dienen können, sind in der Nähe. Natürliche, nach althergebrachter und umweltverträglicher Art und Weise bewirtschaftete Streuobstwiesen, in denen bis zu 5.000 Pflanzen und Tiere, darunter viele ganz seltene oder sogar vom Aussterben bedrohte „Vogel- und Fledermausarten“, ihr Zuhause finden können, gibt es immer weniger. Die großflächigen Umwandlungen von Dauergrün in Acker- und Bauland und die damit einhergehenden Baumrodungen haben eine „Wohnungsnot" für den kleinen Eulenvogel zur Folge, Baumhöhlen in alten knorrigen Obstbäumen, die der Steinkauz so dringend als Quartier benötigt, werden Mangelware. Aber auch die Nutzungsaufgabe der Streuobstwiesen, die Intensivierung der Landwirtschaft mit zunehmenden Monokulturen und die damit verbundene Verringerung des Nahrungsangebotes, wie auch der Einsatz von chemischen Düngern und Schädlingsbekämpfungsmitteln haben die Lebensbedingungen für den Steinkauz zusätzlich verschlechtert. Man sollte daran Denken, dass es ohne Insekten bestimmte Vogelarten nicht geben wird, dass Fledermäuse nicht durch den Garten huschen werden, wenn Nachtfalter fehlen und dass man dem Igel eine seiner Leibspeisen vorenthält, wenn die Schnecken in den Gärten bekämpft werden. Die Natur lehrt uns Balance und die Abhängigkeiten der verschiedenen Arten voneinander. Alle Teile des Ganzen greifen ineinander und wenn ein Faktor verändert wird, hat das auf viele andere Faktoren Auswirkungen. Wer etwas tun möchte, um einer möglichst breit gefächerten Artenvielfalt deren bevorzugte Nistplätze und Lebensräume zu bieten, dem stehen zahlreiche Möglichkeiten für aktiven Vogelschutz offen.

Mit sogenannten „Steinkauzröhren" wie sie jetzt von den Vogelfreunden in der Sreuobstwiese an Bäumen angebracht worden sind, kann man dem Steinkauz ein Quartier bieten. Die künstlichen Nisthilfen sind hohlen Baumstämmen bzw. –ästen nachempfunden und werden gerne von den kauzigen kleinen Gesellen angenommen.

Wer Vögel und Natur beobachtet, wird langfristig auch erkennen, dass der Bau von Nisthilfen nur ein erster, kleiner Schritt ist, denn die Bedrohung von Vögeln, Natur und Umwelt erfordert weitergehende Schritte. Auf diesem Wege lernt man, dass Natur in Gärten, Wälder, Städte und Dörfer zurückgebracht werden muss und dass Vogel-, Natur- und Umweltschutz langfristig auch dem Menschen dient und nutzt. Gerade Gartenfreunde können einiges zum Vogelschutz beitragen. Naturnahe Brutstätten finden Höhlenbrüter überall dort, wo es im Garten ein wenig „unordentlich“ ist. Alte, morsche Bäume, abgestorbene Äste, Hecken, „Wildnis“und der Verzicht auf Gift gehören bei einem lebendigen, naturnahen Garten dazu.

 

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