Der nächste Vereinsabend der Ornis findet am Dienstag den 1.August 2017 ab 19.30 Uhr bei Bernd Kruse, Pommernweg 8 in 49457 Drebber statt.  

Parks und Grünanlagen

Das Idealbild eines städtischen Parks – gepflegte Rasenfläche und dekorative Bäume?

Der Städtischen Wohnungsnot wird mit reger Bautätigkeit und massiver Verdichtung des Siedlungsraumes begegnet. Das Schwinden innerstädtischer Brachen und die stetige Verkleinerung der Garten- und Grundstücksgrößen stehen im Zusammenhang mit der biologischen Verarmung des intensiv landwirtschaftlich genutzten Umlandes, was bei fehlen gegensteuernder Maßnahmen zu einer massiven Verarmung des Artenspektrums sowohl innerhalb als auch außerhalb des urbanen Stadtkerns führen wird. Vielfach stellen Parkanlagen und Naherholungsgebiete die letzten nutzbaren Brut- oder Nahrungshabitate für Vögel dar. Parks und Grünanlagen können sehr artenreiche Lebensräume sein. Alter Baumbestand und Gebüsch bieten im Idealfall einer Vielzahl an Vogelarten Rückzugs-, Nahrungs- und Brutgebiete. Auch wenn eine zentrale Funktion der städtischen Grünanlagen die Erholungsmöglichkeit für Besucher ist. Eine Optimierung bestehender Anlagen als Lebensraum für Vögel des Siedlungsraumes wäre eine einfache und vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit für die Stadt, ihrem Ziel, dem Erhalt und der Erhöhung der Biodiversität, näherzukommen.

Die für die Avifauna wertbildenden Merkmale städtischer Grünanlagen sind in erster Linie Großflächigkeit und die Vernetzung mit anderen Grünflachen, allerdings spielen auch Details der Gestaltung und Pflege eine positive Rolle, so vor allem das Vorhandensein ungestörter Teilbereiche als Rückzugsmöglichkeit für Tiere, minimale Eingriffe in den Altbaumbestand, ein hoher Anteil einheimischer Gehölze, sowie ein niedriger Anteil intensiv gepflegter Rasenflächen.

Schon geringfügige Änderungen haben einen Einfluss auf den Artenreichtum der Vogelwelt, so besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Anteil an Rasenflächen und der Artenzahl – je mehr Rasen desto weniger Vogelarten. Einen Positiven Einfluss hat dagegen der Anteil heimischer Gehölze, die nahrhafte Samen und Früchte zur Verfügung stellen oder auch über die Förderung des Insektenreichtums der Vogelwelt zugute kommen. Generell verbessert eine Extensivierung der Pflege das Nahrungsangebot für Körnerfresser und Insektenfresser und schafft mehr Rückzugsmöglichkeit für Tiere. Das bisher praktizierte penible Mähen weitläufiger Rasenflächen, aber auch von Wegrändern und Säumen erscheint im Lichte dieser Entwicklungen nicht mehr zeitgemäß und sollte durch verträglichere und auch kostengünstigere Maßnahmen abgelöst werden, bei denen Teile der Gräser und Kräuter bis zur Fruchtreife gelangen können. Liege- und Spielflächen würden sich so auch optisch von Flächen mit vorwiegend ökologischer Funktion absetzen. Hochstaudenfluren und Gebüschinseln bieten nicht nur einen optisch ansprechenden Aspekt sondern auch Rückzugs- und Brutmöglichkeiten für Gebüsch- und Bodenbrüter.

Etwas anders stellt sich die Lage der Friedhöfe dar. Diese werden zwar von vielen Besuchern frequentiert und haben ein dichtes Wegenetz, zählen aber mit zu den ruhigsten und störungsärmsten innerstädtischen Lebensräumen. Die Problematik freilaufender Hunde stellt sich dort in der Regel nicht, was Bodenbrütern wie Rotkehlchen und Zaunkönig zugute kommt. Der Baumbestand ist in der Regel alt, und Nadelbäume kommen in höherer Dichte vor als in Parks, was das Artenspektrum erweitert und z.B. Gimpel und Tannenmeise Lebensraum bietet. Allerdings ist die Pflege von Friedhöfen anderen Notwendigkeiten unterworfen als die von Parkanlagen.

Artenschutzbemühungen waren früher oft auf lokal seltene Arten abgestellt. Eine europaweite und globale Betrachtung der Verbreitung, Häufigkeit und Bestandsentwicklung zahlreicher Vogelarten zeigt heute allerdings neue Verantwortlichkeiten auf und verdeutlicht die Notwendigkeit, auch „Allerweltsarten“ in die Artenschutzbemühungen einzubeziehen, da diese keineswegs mehr als selbstverständliches Artinventar für den menschlichen Siedlungsraum gelten können. Eine Bestandsaufnahme der Avifauna in Grünanlagen ist somit ein wichtiger Gradmesser für die Biologische Vielfalt im Stadtgebiet und sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Für Grasmücke, Kleiber, Stieglitz, Gimpel und Kernbeißer sollten rechtzeitig fördernde Maßnahmen ergriffen werden, um ein völliges Verschwinden dieser ehemals häufigen Arten zu verhindern.

Avifauna                                                                                                Als Avifauna wird die Gesamtheit aller in einer Region vorkommenden „Vogelarten“ bezeichnet. Der Name leitet sich von den lateinischen Wörtern „Avis“ für Vogel und „Fauna“ für Tierwelt ab. Die Vogelwelt einer Landschaft wird auch als „Ornis“ bezeichnet.

„Wie arm wär’ doch die Welt, könnten wir nicht mehr an Vogelflug und Vogelruf teilhaben.“


 

 

Nach oben


nPage.de-Seiten: Anjas Aquarienpflanzen | Hüttenfreunde Amrichshausen